Gereimt

Langsames Erwachen

Der Schnee gibt erste Flecken frei,
schon zeigt sich zartes Grün.

Fast ist der Winter nun vorbei.
Erste Frühlingsboten blühn.

Einstellungssache

Es gibt im Leben, ohne Frage,
mal gute und mal schlechte Tage.

Doch liegt’s an uns nur zu entscheiden,
welche im Gedächtnis bleiben.

Jahresende

Das Jahr neigt sich dem Ende zu.
Im Stillen schöpft man wieder Kraft.

Und alles findet seine Ruh‘,
damit man‘s neue Jahr gut schafft.

Herbstnebel

Nebel steigt aus dunklem Tal
hoch zur grauen Wolkenfront.

Die Sonne schickt den letzten Strahl
ihres Lichts zum Horizont.

Herbsttag

Golden leuchten Flur und Wald,
die letzten milden Tage.

Einzug hält der Winter bald
und löscht die letzte Farbe.

Wald-Spaziergang

Durch hohe Kronen geht ein Rauschen.
Der Wind spielt mit dem Blätterdach.
Ich bleibe stehen, möchte lauschen
und denke über Manches nach.

Man müsste über dieses Treiben,
das oben durch die Bäume geht,
eigentlich mal etwas schreiben.
Ihr diese Zeilen hier nun seht.

Erntedank

Der Felder Frucht fährt man jetzt ein,
der harten Arbeit Lohn.

Reichlich soll die Ernte sein
für des Dankfests Kron‘.

Heimatlose

Grollen dringt an meine Ohren,
kündigt Unheilvolles an.
Geht wieder heut‘ ein Schiff verloren,
ins nasse Grab mit Maus und Mann?

Schon peitscht die Gischt an die Gestade,
es schäumt und rollt die raue See.
Geflutet sind bald Strand und Pfade.
Mir graut, wenn ich das Tosen seh.

Beim Blick auf dieses Sturmgewüte
denk ich an die, die rausgefahrn,
und hoff‘ auf Gottes Gnad und Güte,
dass er sich ihrer Seel‘ erbarm‘.

Ich dreh mich um, geh über Dünen,
schnell zurück zum sich‘ren Heim.
Leiser wird des Meeres Dröhnen,
bald wird‘s nur noch ein Rauschen sein.

Der Weg führt mich zu stillem Orte,
an dem noch alte Zeugen stehn.
Plötzlich höre ich die Worte,
die über diese Stätte wehn:

„Refft die Segel! Holt sie nieder!“
„Auf, Matrosen, zögert nicht!“
„Sonst zerschmettert Deck und Glieder
der große Schiffsmast, wenn er bricht.“

Brüllend bricht Welle auf Welle
über Planken, Deck und Mann.
Stehend auf des Todes Schwelle
gibt ein jeder was er kann.

Der Kampf währt nun schon Stund um Stunde.
Erbittert gibt man Gegenwehr.
Nicht jeder schafft‘s und geht zu Grunde,
sieht seine Heimat nimmer mehr.

An fernen Stränden angetrieben,
sieht man oft noch großes Leid.
Stets ist wer allein geblieben,
Fremde geben letztes Geleit.

Kreuze zeugen schlicht hier heute,
mancher war noch fast ein Kind,
von letzter Fahrt jener Seeleute,
die namenlos begraben sind.

Zahltag

Nichts ist geschenkt auf dieser Welt.
Für alles muss man geben.
Doch zahlt man nicht immer mit Geld,
den Tod zahlt man mit Leben.

Genesis 2-3 Rap

Wie wir wissen, konnte Gott am sechsten Tage noch nicht ruh’n
denn es gab für ihn noch etwas ganz Besonderes zu tun.

Des Menschen Schaffung stand da noch auf seinem Masterplan.
Ohne lang‘ zu zögern fing er mit der Umsetzung gleich an.

Er nahm beherzt die Erde, formte, knetete und schon
entstand sein Ebenbild, der Mensch, aus Lehm und auch aus Ton.

Doch Adam war sehr einsam, und er langweilte sich sehr.
Also musste unverzüglich noch ein Weggefährte her.

Da formte Gott der Herr aus Adams Rippe fast genau
so ein Abbild noch von sich. Es war Eva, die erste Frau.

Die beiden lebten so nun nackig, froh und überdies
gut versorgt und ohne Stress in ihrem neuen Paradies.

Es hätte alles schön sein können, nichts plagte sie bisher,
wenn neben all den andren Tieren nicht die Schlange gewesen wär‘.

Denn diese zischte: „Eva, koste von der Frucht, der prallen!
Sie ist lecker, zuckersüß. Es wird dir sicher gut gefallen,
wenn du dann auch noch erkennst was wirklich ist des Lebens Kern.“
Eva sprach: „Kann ich dir trauen? Dann probiere ich sie gern.“

„Sicher“, zischt die Schlange, „ziere dich doch nicht so sehr!“
„Hast du sie erst gegessen, wirst du wissen sehr viel mehr.“

Zaghaft biss darauf die Eva in die von Gott verbot‘ne Frucht.
Währenddessen war die Schlange – Schlechtes ahnend – schon auf der Flucht.

Da kam Adam und wollte ebenso wie Eva wissend sein
und biss in freudiger Erwartung auch in das Obst hinein.

Doch Gott der Herr fand die Aktion der Beiden ganz schön mies
und vertrieb die Unglücksvögel sofort aus dem Paradies.

So sitzen nun auch wir als Erben hier an diesem Ort
und sehnen uns so manches Mal ins Paradies uns fort.

Our first ancestors, Adam and Eve,
made a „little“ mistake, I believe.